Das neue Label und die Blumenkampagneflower label

Seit Anfang 1999 gibt es nun endlich auch fair gehandelte Blumen bei uns zu kaufen. Das neue Label, das den Titel: "Blumen aus menschenwürdiger und umweltschonender Produktion" trägt, kam nach langen Verhandlungen zwischen Blumenimporteuren, Floristen, Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften zustande. Ab sofort sind Blumen im Handel erhältlich, die den besonderen Bedingungen des fairen Handels unterliegen. Und das heißt im Klartext: die Blumen stammen aus Betrieben, die die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter garantieren sowie ökologische Kriterien bei der Produktion einhalten. Das war dringend nötig, denn ein Großteil der Blumen, die hier im Handel erhältlich sind, stammen aus Ländern der Dritten Welt, so zum Beispiel aus Kolumbien, Equador, Kenia oder Simbabwe. Unter welchen Bedingungen die Blumen produziert wurden, die hier auf den Ladentisch kommen, bleibt den meisten Konsumenten verborgen. Die Arbeiterinnen in den Betrieben sind den Pestiziden ohne Atemschutz und entsprechender Schutzkleidung ausgesetzt. Schwere gesundheitliche Schäden sind nicht selten die Folgen. Schutzrechte gibt es für die meist weiblichen Arbeiter nicht. Die Löhne liegen nicht selten unter dem Existenzminimum. Auch Gewerkschaften sind in den Betrieben nicht zugelassen oder werden in ihrer Arbeit behindert.

Der neue Vertrag garantiert nun Gewerkschaftsfreiheit, existenzsichernde Löhne, den Verzicht auf giftige Pestizide. Auch ein Verbot der Kinderarbeit ist im Vertrag festgeschrieben. Für die unabhängige Kontrolle der sozial- und umweltverträglichen Produktion sorgen in Zukunft die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, das Hilfswerk Brot für die Welt, terre des hommes und die Menschenrechtsorganistion FIAN. Neben unabhängigen Kontrollen durch Fachleute sollen in allen Ländern Beschwerdestellen für die Beschäftigten eingerichtet werden. Grundlage des Vertrages ist die Satzung des neuen "Flower Label Programms". Der Vertrag wurde mit dem Importverband BGI und Produzenten in verschiedener Blumenexportländern abgeschlossen.

Der aktuelle Stand der Kampagne

In 500 Blumengeschäften in Deutschland sind Blumen mit dem entsprechenden Siegel zu kaufen. Dank der großen Nachfrage konnten gesiegelte Blumen bereits nach einem Jahr einen Marktanteil von drei Prozent erreichen, bei langstieligen Rosen liegt der Marktanteil sogar bei 85 Prozent. 46 Blumenfarmen in Ecuador, Zimbabwe und Kenia erfüllen die Umwelt- und Sozialstandards des Siegels und werden unabhängig kontrolliert. Bis heute hat sich damit die Situation von 10.000 Arbeiterinnen und Arbeiter deutlich verbessert: Sie bekamen feste Arbeitsverträge, konnten Mitarbeitervertretungen wählen und kommen in den Genuss von Sozialleistungen wie Mutterschutz, Krankenversicherung und Anspruch auf Urlaub. Auf allen Farmen wurde der Einsatz hochgiftiger Pestizide verringert und der Arbeitsschutz für die Sprayer deutlich verbessert.

Zur Zeit durchlaufen weitere Blumenfarmen das Aufnahmeverfahren für das Blumensiegel. Aus Tansania, Uganda, Sambia, Sri Lanka und Kolumbien wird Interesse signalisiert. Ziel des Blumensiegels ist es, die Grundrechte der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie den Umweltschutz in der Blumenproduktion zu sichern. Farmen, die zertifiziert werden wollen, müssen Existenz sichernde Löhne zahlen, Gewerkschaftsfreiheit garantieren, dürfen keine Kinder anstellen und müssen Pflanzenschutzmittel reduzieren und den Gesundheitsschutz der Arbeiter sichern.

Das Blumensiegel wird gemeinsam getragen vom Verband des Deutschen Blumen-Groß- und Importhandels e.V. (BGI), dem Fachverband Deutscher Floristen e.V. der Industriegewerkschaft Bau, Agrar, Umwelt, dem Kinderhilfswerk terre des hommes, der Menschenrechtsorganisaton FIAN und dem Hilfswerk Brot für die Welt. In ihrem Auftrag kontrolliert die Firma Agrar Control GmbH (ACG) die Farmen. Die ACG ist der Landwirtschaftskammer Rheinland unterstellt und bei der EU akkreditiert.

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Mitglied im Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels e.V.

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